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Immer vorwärts: Lina Bögli in Japan und China

Das Buch «immer vorwärts» erschien kurz vor dem 1. Weltkrieg, 1915. Lina Bögli erzählt darin von ihrem Leben in Japan und China. Die beiden Exoten hat sie von 1910 bis 1913 bereist. Böglis Buch gibt es im September wieder zu kaufen. Damit aber nicht genug: Die Bögli-Biografie von Elisa Strub aus dem Jahr 1949 und ein Schlussbouquet von Soziologe Hans Kaspar Schiesser sind fester Teil der Neuausgabe. Sie wird am 17. September im Zentrum Lina Bögli öffentlich getauft.

 

Die Neuausgabe von «Immer vorwärts» wird am 17.9. im Kornhaus getauft.

 

Die alleinstehende Bauerntochter aus dem Bernbiet war nach der Publikation ihres ersten Reisebuches «Vorwärts/Tafola» schon weltbekannt, als sie 1910 eine zweite Reise antrat. Wiederum reiste sie mit wenig Erspartem los, um sich als Erzieherin, nicht als Touristin, in der Ferne niederzulassen. Sie unterrichtete in Tokio Privatschüler, lernte Japanisch und liess sich Sitten und Bräuche erklären, besuchte eine Parlamentssitzung, sah den Kaiser und folgte Einladungen zu Hoffesten und Militärparaden. Über Korea gelangte sie nach China zu einer Missionarsfamilie, 1913 kehrte sie nach Europa zurück, ab 1914 wohnt sie bis zu ihrem Tod im «Kreuz» Herzogenbuchsee.

 

Lina Bögli (die Dritte von links) als Lehrerin mit japanischen Schülerinnen.

 

Neugier, Mut und Witz

Lina Böglis Beschreibungen aus jener versunkenen Welt sind ethnologisch präzise und zeichnen sich durch ihren Einblick in verschiedene Gesellschaftsschichten aus. Einzigartig sind ihre Betrachtungen zur Stellung der Frau in der damaligen japanischen Gesellschaft. Ist sie mit ihrem eurozentristischen Blick auch ein Kind der Zeit, so ist die kuriose Mischung aus Neugier, Mut und Witz ein charmantes und wichtiges Dokument früher weiblicher Weltläufigkeit.

 

Exklusive Biografie

Lina Böglis Originaltext «Immer vorwärts» wird in der Neuausgabe von Elisa Strubs Biografie zu Lina Bögli flankiert. Strubs Text erschien 1949 mit dem Untertitel «Ein reiches Frauenleben» als Heft Nr. 1 in der Schriftenreihe für junge Mädchen. Elisa Strub arbeitete damals als Sekundarlehrerin und Schriftstellerin in Interlaken. Sie war in der Lehrerinnenzeitung und damit in der Frauenbewegung der Schweiz aktiv.

 

 

Gute und böse Mädchen

Aus heutiger Sicht würdigt zudem der Buchser Soziologe und umtriebige Lokalhistoriker Hans Kaspar Schiesser unter dem Titel «Von guten und von bösen Mädchen» in einem ausführlichen Kommentar Böglis zweites Buch. Ein Zitat als Amuse-Bouche: «Die guten Mädchen, die wohlbehüteten und bevormundeten Japanerinnen, sind nun wohl alle im Himmel. Umgekehrt war die Weltreisende Lina somit ein ziemlich böses Mädchen. Kaum eins hat vor dem Ersten Weltkrieg die Welt und eben auch die Welt der guten und bösen Mädchen fernab von Europa so scharfsinnig beschrieben wie sie. Das betrifft ihr zweites Buch noch mehr als ihr erstes. Dass es auch noch unterhaltsam verfasst ist, unterhaltsamer, als Lina es selbst glaubte, verhilft dem Buch zu hoffentlich möglichst vielen Leserinnen und Lesern.»

 

Catriona Guggenbühl spielte in Christoph Marthalers Stück «Lina Böglis Reise» während 12 Jahren die Lina. Am 17.9. liest sie zusammen mit Silvia Jost und Andreas Berger im Kornhaus.

 

Das Buch feiern:

Die Neuausgabe von Lina Böglis Buch «Immer vorwärts» wird am Dienstag, 17. September 2019, 19.30 Uhr, im Zentrum Lina Bögli getauft. Es lesen zur Feier des Buches Catriona Guggenbühl (Christoph Marthalers «Bühnen/Bode-Lina» in «Lina Böglis Reise»), Silvia Jost und Andreas Berger. Der Eintritt ist frei, mit Kollekte. Für Reservationen: [javascript protected email address] , 079 228 02 63

 

Die Berner Schauspielerin Silvia Jost (u.a. «Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner», «Die Schweizermacher») liest zur Buchpremiere am 17.9. im Kornhaus Buchsi aus der Bögli-Biografie von Elisa Strub.

 

Das Buch kaufen:

Das Buch «Immer vorwärts» von Lina Bögli gibt es ab 17. September im Zentrum Lina Bögli zu kaufen: ca. 450 Seiten, mit der Biografie »Lina Bögli – Ein reiches Frauenleben« von Elisa Strub und einem Nachwort von Hans Kaspar Schiesser, kartoniert, Fr. 28.–

 

 

Gut zu wissen

Das Zentrum Lina Bögli im Dachgeschoss Kornhaus Herzogenbuchsee (hinter dem Gemeindehaus mit dem Amiet-Wandgemälde) an der Wangenstrasse 1 ist im Normalfall am Freitag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

In den Sommerferien der Schulen ist das Zentrum geschlossen. In Ausnahmefällen ebenso. Die Daten werden hier auf der Website jeweils frühzeitig bekannt gemacht. Das gilt auch für die Öffnungszeiten an Fest- und Feiertagen.

Der Eintritt ist frei, mit Kollekte. Das Zentrum ist rollstuhlgängig, das Dachgeschoss per Lift erreichbar. Das Kornhaus ist in 5 Gehminuten ab Bahnhof Herzogenbuchsee zu erreichen.

Besuche und Führungen für Gruppen ab 5 Personen sind auf Wunsch und in Absprache ausserhalb der Öffnungszeiten möglich. Bitte kontaktieren Sie dazu Beat Hugi: 079 228 02 63, E-Mail beathugi@bluewin.ch

Kernstück des Zentrums ist die Dauerausstellung zum Reisen und Leben von Lina Bögli. Diese Ausstellung wird laufend mit Original-Utensilien von Lina Bögli ergänzt und erweitert. Zu sehen sind in der Dauerausstellung auch die Tagebücher, Originalmanuskripte, Dias usw. Die verschiedenen Destinationen von Lina Böglis Reisen werden in einem Viewmaster-Karussell interaktiv präsentiert.

Zu den Dauer-Exponaten organisiert das Zentrum Lina Bögli sporadisch Sonderausstellungen, Diskussionsrunden, Vorträge, Lesungen und andere Veranstaltungen angeboten. Themen und Termine werden jeweils auch an dieser Stelle publiziert.

 

Mehr dazu

Kontakt

Zentrum Lina Bögli
im Kornhaus Herzogenbuchsee
c/o Verein Pro Amiet-Hesse-Weg
Beat Hugi
Feldstrasse 10
4900 Langenthal

Telefon 079 228 02 63
E-Mail: info@lina-boegli.ch

 

Öffnungszeiten

Das Zentrum Lina Bögli ist Freitag und Sonntag von 14-17 h geöffnet.
In den Sommerferien der Schulen geschlossen. In Ausnahmefällen ebenso. Die Daten werden hier auf der Website bekannt gemacht. Der Eintritt ist frei, mit Kollekte. Das Zentrum ist rollstuhlgängig, per Lift erreichbar. Das Kornhaus ist in 5 Gehminuten ab Bahnhof Herzogenbuchsee zu erreichen. Besuche und Führungen für Gruppen sind nach Vereinbarung ausserhalb der Öffnungszeiten möglich.